Gründungsmitglieder im September 2006

[ I ]
Dreiundzwanzig Sportfreundinnen und -freunde waren es, die auf der Gründungversammlung am 2.10.2006 den Boule Club Lauenau (BCL) aus der Taufe hoben[1] und damit zu den allerststen Mitgliedern wurden.
Ungewöhnlich, diese erste Versammlung, denn die TOPs waren schnell abgearbeitet, Uwe Heilmann zum Vorsitzenden gewählt, um dann dem Eigentlichen zu frönen: das Verbringen von Stahlkugeln mittels Muskelkraft in die möglichst geringe Nähe einer zuvor geworfenen kleineren Holzkugel. Eben dem Boule- oder Pétanque-Spiel nachzukommen.
Denkwürdig auch, dass die ersten Kugelwürfe in einer Halle stattfanden und somit auf Schaumburgs erster Hallen-Boulbahn.
Im ehemaligen Casala-Sägewerk



wurden drei Bahnen geschaffen, die ‒ um die Halle universell nutzen zu können ‒ abgedeckt werden können.
Damals war Lauenau stolz auf den Bouleclub, den Breitensport und die dazugehörenden Sportstätten.


Zwei Außenboulbahnen standen am Markt den Boulefreundinnen und -freunden zunächst zur Verfügung als Rainer Wendt ‒ Bouler aus Passion ‒ die Leitung Anfang 2008 übernahm.


Wir erinnern an Erich Braun, der als C-Lizenztrainer Ende 2008 uns in die tieferen Geheimnisse des Pétanque einweihte und mit uns die Aufgaben des Pointeurs bzw. des Tireurs übte.
Unter der Überschrift "Stahlkugeln statt Hundekot"[2] berichtete die Schaumburger Nachrichten von der Errichtung von zwei weiteren Boulebahnen.
Die Kommunalpolitiker hatten erkannt: "Boule ist schließlich das Alternativprogramm zu Sofa und Fernsehen" und ‒ so ergänzen wir ‒ ein immer breiter werdender Volkssport, den es allseitig zu unterstützen gilt.
So gingen viele Jahres ins Land, in denen die Mitglieder des BCL - zumindest was das Clubleben betraf - glücklich und zufrieden lebten.
Die Bouleanlage war inmitten des Fleckens, ein kleines Nebengelass im benachbarten Bürgerhaus diente der Unterbringung der für das Boulespielen und der Ausrichtung eines Turniers nötigen Utensilien.
In den unwirtlichen Jahreszeiten wurden die Bahnen im Sägewerk aufgedeckt. Diese konnten dann auch über einen längeren Zeitraum in solch spieleinladenden Zustand bleiben, da das Bürgerhaus für die eine oder andere Veranstaltung eine Heimstatt bot.
Etwa 5 Zeitungsartikel[3]pro Jahr berichteten durchschnittlich zwischen 2006 bis 2024 über Lauenauer Bouleturniere außen



[ II ]
wie innen,



wobei es in den letzten Jahren leider eher weniger waren.

Wir erinnern uns auch an die eine oder andere gemeinsame Veranstaltung:
  • 2011 Weihnachtsfeier im Enzianstübchen
  • 27.08.13 Spanferkelessen
  • 21.12.13 Grünkohlessen
  • 09.06.14 Spargelessen bei Thiermann in Kirchdorf
  • 2015 Sommerfest
  • 2016 Jubiläumsfeier 10 Jahre BCL
  • 2017 Weihnachtsfeier "Sancho Panza"
  • 01.09.18 Steinhuder Meer (Fischerstube Mardorf u. Strandterrasse Steinhude)
  • 08.12.18 Weihnachtsessen im Steinofen
  • 31.08.19 Busfahrt nach Hamburg
  • 30.11.19 Weihnachtsessen im Cafe Anno 1869 in Lyren
  • 02.10.21 Geselliges Beisammensein Lyren
  • 17.12.22 Grillboulen im Sägewerk
  • 08.12.23 Grünkohlboulen im Sägewerk
  • 01.02.25 Jahresbegrüßung im New Cousine Greek
Dienstags und freitags traf man sich zum Spielen in des Fleckens Mitte oder winters im Sägewerk.
Das im Wesentlichen bestehende Problem bestand darin, sich zu einigen, ob man sich nun um 16 Uhr oder um 17 Uhr trifft.
Es herrschte Harmonie und Einigkeit, und es hätte mit dem Kugelwerfen immer so weiter gehen können.

Ging es aber nicht.
Erst war es 2018 ein zartes Gerücht, das dann schnell zur Gewissheit wurde: nicht genug, dass im Zentrum Lauenaus die EDEKA-Kaufhalle erweitert wird, nein, sie wird abgerissen und neu gebaut.
Damit war die Konsequenz verbunden, dass sowohl Bürgerhaus als auch die Boulebahnen dem Bagger zum Opfer fallen.
Der BCL stellte im Februar 2019 einen Antrag[4] mit dem Vorschlag, neue Boulebahnen zur freien Nutzung durch die Bürger Lauenaus und für den Bouleklub im Volkspark anzulegen.
Ein kleines Nebengelass für Sanitär und das zum Boulespielen nötige Equipment war ebenfalls Gegenstand des Antrages.
Im Fleckenrat war man sich quer durch die verschiedenen Parteien und Wählergemeinschaften einig, dass zukünftig im Volkspark geboult wird[5] und dass der Volkssport Boule in den Volkspark gehört[6].
Ein entsprechender Beschluss wurde im Verwaltungsausschuss im Mai gefasst und der BCL war's zufrieden; wird doch wieder als Ersatz für die bis dahin vorhandenen Boulebahnen in hinreichend zentraler Lage für Lauenau und den BCL eine neue Anlage geschaffen.

Als ein gewisses Missbehagen ob der Lokalität der Bouleanlage sich in Lauenau bemerkbar machte und ein daraufhin im Juni gestellter Antrag, den Beschluss vom Mai zu stoppen und das Bouleprojekt zur neuerlichen Diskussion an die Fachausschüsse zu verweisen folgenlos blieb, gründete sich die Bürgerinitiative (BI) "pro Volkspark".

Durch deren "Informationsmaterial"[7] erfuhren u.a. auch die erstaunten BCL-Mitglieder, dass das beantragte Toiletten- und Gerätehäuschen in Wirklichkeit ein getarntes Clubhaus werden soll und die 360m2 beantragte Boulefläche in Wirklichkeit eine Wettkampfarena mit 12 Bahnen und einer im pro Volkspark-Flyer beschriebenen Fläche von 500m2 wird.
Was nun folgte ging unter der Bezeichnung "Der Boule-Streit zu Lauenau" in die Annalen des Fleckens ein. Das SW vom 12.10.19[8] griff das Thema unter der Überschrift "Bürgerinitiative 'Pro Volkspark' macht in Lauenau Stimmung gegen Boulepläne" auf.
Die nächste Bauausschusssitzung am 15.10.19 fand nicht nur vor Ort - also im Volkspark - statt, sondern in einer derart aufgeheizten Atmosphäre statt, dass man von einer "denkwürdigen" Bauausschusssitzung sprach[9] und
froh sein konnte, dass in Deutschland so strenge Waffengesetze gelten.
War in Clochemerle der Zankapfel die Kirchennähe der Bedürfnisanstalt, so war es in Lauenau die Nähe zum Volkspark im Allgemeinen und zur Süntelbuche im Besonderen.
Kompromisse können hilfreich sein und so beschloss der Verwaltungsausschuss am nächsten Tag die Streichung der Toilettenanlage [10].
Boulebahnen in ursprünglicher Größe mit kleiner Abstellmöglichkeit sollten aber geschaffen werden.

Bürgermeister W. Mundt resümierte[11], dass dieser Kompromiss durch das "geniale" Aufeinanderzubewegen der Ratsmitglieder möglich geworden und der Streit damit beendet sei.
Die BCL-Mitglieder resümierten, dass in Lauenau nie wieder Outdoor-Turniere wie in der Vergangenheit ausgerichtet werden können. Denn wie können 80 bis 100 Spieler den lieben langen Tag zum Boulen treffen, ohne mal eine Toilette aufsuchen zu können wenn sie es denn müssten? Die Volkspark-Natur als solche verbietet sich ja wohl von selbst - selbst dem offensichtlich naturmissachtenden BCL!

Der BCL hat auch seinen Standpunkt nicht ausreichend verdeutlicht: der Vorsitzende beschränkte sich auf ein internes Positionspapier und eine Geste des Unwillens bei der Wahl des Vorsitzenden der Lauenauer Runde[12].

Was haben die Hoffnung des Bürgermeisters auf ein Ende des Streits und die Sorge des BCL um den Niedergang des Boule-Sports in Lauenau (keine Toilette im Volkspark - kein Bouleturnier im Volkspark) gemeinsam? Beides war völlig überflüssig, da die BI "proVolkspark" weder eine Toilettenanlage noch eine Bouleanlage nebst Nebengelasswollte zum Wohle des Volksparks wollten.
Die BI sammelte ausreichend Unterschriften für ein Bürgerbegehren gegen die Bouleplätze im Volkspark (Klar, wer will schon ein Vereinsheim mit 600m2 schotter- und betonversiegelter Boulearena in der grünen Oase Lauenaus[7] und stellte einen Antrag auf Zulässigkeitsprüfung des Begehrens[13].
Nach positiver Antragsprüfung durch den Verwaltungsausschuss stand Lauenau Anfang Dezember 2019 vor seinem ersten Bürgerentscheid (SN 03.12.2019)[14].

Dieser wurde aber nie durchgeführt!



[ III ]
Nach Angaben der Verwaltung hätte der Bürgerentscheid 35.000€ gekostet - ein Vielfaches der Bouleanlage. In der öffentlichen Ratssitzung wurden daher alle bisherigen Beschlüsse gekippt[15][16]. Die BI konnte zufrieden sein (vielleicht nicht vollständig[17]), der Rat konnte sich nun neuen Aufgaben zuwenden und der BCL konnte weiter gespannt sein, wo man denn in Zukunft wohl boulen würde.
2020 und 2021 ärgerte uns die vermaledeite Coronapandemie wie viele andere Menschen im öffentlichen und privaten Leben auch. Das eine oder andere Treffen unter Beachtung der entsprechenden Sicherheitsmaßnamen konnte im kleinen Kreis stattfinden.
2022 wurde es dann besser.
Am 10.3.22 begann der Abriss des Bürgerhauses.


Auf der Jahreshauptversammlung am 20.05.22


kandidierte R. Wendt nicht wieder für den Vorsitz und L. Brauer wurde zum Vorsitzenden gewählt.[18][19]
Mit der neuen Leitung setzte auch die Suche nach einem Platz für die neu zu errichtende Bouleanlage ein, und im Laufe der Zeit wurden etwa ein knappes Dutzend Lokalitäten in Augenschein genommen. Natürlich blieb dabei der Volkspark ausgespart (s.o.).
Der Fleckenrat setzte sich für einen zentrumsnahen Platz an der Eishalle ein, was aber aus eigentumsrechtlichen Gründen verworfen werden musste.
Eine Bouleanlage im Mineralbad oder am Victoriapark blieben in der engeren Wahl.
Ein letztes Outdoor-Turnier im Zentrum Lauenaus fand am 16.07.2022 (Foto: Tafel I u.l.)[20] [21].
Ein Jahr später dann ein letztes Treffen der Lauenauer Boulefreunde auf den alten Bahnen 06.06.2023).



bis dann Mitte Juni 2023 der Abriss der Bouleanlage begann.



Fast zeitgleich wurde das Boulespiel fortgesetzt und zwar im Volkspark. Hier nicht auf "geordneten" Bahnen, sondern auf den vorhandenen Wegen mit viel Spaß und Enthusiasmus, selbt wenn hin und wieder die Kugeln einmal unter eine Bank rollten.



Einer Anregung des JuKS-Ausschussvorsitzenden folgend wurde Anfang Mai 2023 von einigen BCL-Mitgliedern ein Areal am Victoriapark ausgemessen. Zwar nicht gerade in Bestlage bot sich doch nach leichter landschaftlicher Umgestaltung eine Fläche für 5 Boulebahnen (Ligaspiele!) nebst Nebengelass.


Ein entsprechender Antrag wurde formuliert und auf der Jahreshauptversammlung am 24.05.23 den Mitgliedern des BCL vorgestellt. Diese wiederum bekräftigten einstimmig, dass eine Bouleanlage dem Volkssport dient und in einer zentralen Lage des Ortes - wie der Volkspark eine ist - anzusiedeln sei.


[ IV ]
In diesem Sinn, so die Mitgliederversammlung, ist vom Vorstand ein Positionspapier zu verfassen und unverzüglich dem Gemeindedirektor zuzuleiten.
Es erfolgte also
  • ein Positionspapier an den Gemeindedirektor,
  • ein ziemliches Tohuwabohu bei der Fachausschusssitzung am 26.05.[22]
  • eine Verlesung des BCL-Positionspapiers auf der Bauausschusssitzung am 25.06.
  • ein offener Brief an die Ratsmitglieder am 15.08.

Am 24.08.2023 wurde auf einer Ortsbegehung



die jetzige Position der Boulebahnen festgelegt und ein Jahr später war der Baubeginn


und 4 Wochen später wurden am 20.09.24 die ersten Kugeln auf den neuen Bahnen geworfen.



Ende September ereilte den BCL dann eine äußerst erfreuliche Nachricht: die Tennis-Sektion würde das Aufstellen eines kleinen Geräteschuppens auf dem Vereinsgelände, eines Kühlschrankes im Vereinszimmer und die Nutzung einer überdachten Sitzgelegenheit im Bedarfsfall gestatten.
Das vereinfachte die Situation des Boule Clubs beträchtlich, zumal die Anzahl der aktiv Spielenden doch recht übersichtlich geworden war.

Am 18.10.2024 dann der vorläufige Höhepunkt: die offizielle Einweihung der neuen Boulebahnen [23][24], bei der zwei Wermutstropfen in den Becher der ansonsten wie üblich glanzvollen Reden fiel:
1.: Leider war die Tennissparte mit den leichten gelben Kugeln gegen eine Symbiose mit den Eisenkugelwerfern und
2.: Es war erst eine Vermutung, dass die Kugeln auf den Bahnen 1 und 3 verstärkt zu der einen Längseite laufen und auf den Bahnen 2 und 4 verstärkt zu der anderen.

Den Winter wollte man abwarten, um dann die Oberfläche der Bahnen ggf. zu korrigieren.
Die Winterzeit milderte aber das merkwürdige Bahnverhalten nicht, denn dies waren schlicht und ergreifend fehlerhaft angelegt:


Der Verantwortliche aus der Abteilung Tiefbau - der BCL wurde leider nicht hinzugezogen - interpretierte die Skizze aus dem Internet fälschlicherweise als Querschnitt durch zwei Bahnen und nicht - wie es richtig gewesen wäre - als Längsschnitt durch eine Bahn.
Peinlich!
Die Entschuldigung, dass man ja vom Straßenbau käme, kann man so stehen lassen - oder auch nicht!
Korrekturarbeiten durch die ausführende Firma (an der Fehlinterpretation waren die ja nicht Schuld) waren zu teuer, und so hat's der Bauhof gerichtet.

Der angelieferten Splitt muss noch verteilt werden und mit dem Nebengelass hat der BCL auch noch Probleme, aber das ist dann keine Historie mehr ...

... wird fortgesetzt.